Ein Jubiläum kündigt sich an
Anno 1008 wurde die Wiehre erstmals urkundlich erwähnt
In der sogenannten Wildbannurkunde wurde die Wiehre erstmals im Jahr 1008 n. Chr. genannt, als der Wildbann durch König Heinrich II. an den Bischoff zu Basel verliehen wurde. Die Wiehre - und mit ihr auch andere Stadtteile wie Zähringen und Herdern - ist also älter als Freiburg und erstreckt sich südlich der Dreisam, im Westen schließt sich Haslach an, im Süden Günterstal und im Osten von Littenweiler.
Früher war die Dreisam ein wilder, breiter Fluss mit mehreren wilden Flussarmen. Der Name "Wiehre" kommt von "Wehre" (altdt. Wühre) und rührt daher, dass an der Stelle der Oberwiehre die Dreisam mit eben solchen Wehren aufgestaut wurde. Dadurch konnte Land gewonnen werden. Das ehemalige Flussbett zeigt sich heute noch in Gestalt kräftiger, abgerundeter Steinbrocken jedem, der ein etwas tieferes Loch in die Erde graben will.
Mit dem zunehmenden Wachstum der Stadt Freiburg wurde die Wiehre bereits 1825 ins Stadtgebiet eingemeindet und mit landwirtschaftlichen Gebäuden bebaut. Entlang der Dreisam in der Oberau entstand ein kleines Gewerbegebiet mit Handwerksbetrieben und einer kleinen Brauerei, eine Bahnlinie verband die Wiehre mit dem Umland.
Etwa Mitte des 19. Jahrhunderts – mit dem wirtschaftlichen Aufschwung des Großherzogtums Baden - entwickelte eine neu entstandene Bürgerschicht Bedarf an Stadtvillen und gehobenen Stadthäusern, 1844 wurde der erste Bebauungsplan erstellt. Bereits in dieser sogenannten Gründerzeit wurden viele der Bauten von Architekturfirmen als Spekulationsobjekte erstellt und an zahlungskräftige Interessenten verkauft. Baufluchten, Grünflächen, die Art der Vorgärten sowie Gestaltungsvorgaben für Balkons, Erker, etc. waren in Bauordnungen für die einzelnen Straßen genau geregelt. So wurde die Wiehre zu einem großbürgerlichen Wohnviertel.
Schon damals gehörten zu den Bauherren viele Rentner aus Nordbaden und dem Ruhrgebiet, aber auch aus ganz Deutschland, die die Wiehre zu ihrem Zweitwohnsitz machten oder ganz dorthin umsiedelten.
Das Jubiläum
Diese erste urkundliche Erwähnung des Stadtteils vor bald 1000 Jahren bietet Anlass zu einer ganzen Reihe von festlichen Veranstaltungen in unserem, aber auch den anderen Stadtteilen.
Dabei wird es auch gemeinsame Festlichkeiten geben: Den Neujahrsempfang am 6. Januar 2008 werden die Nachbarn aus der Mittel-/Unterwiehre mit uns zusammen feiern. Am 30. Mai 2008 planen die Bürgervereine Oberwiehre-Waldsee, Mittel-/Unterwiehre, Herdern und Zähringen einen gemeinsamen Festakt im Historischen Kaufhaus und am 12. Juli 2008 werden die Herdemer mit allen Wiehremern zusammen im Kastaniengarten feiern.
Ein reichhaltiges Programm aus Führungen und kulturellen Ereignissen erwartet die Bürger und Bürgerinnen. Im Jahr 2008 wird es darüber hinaus noch zwei weitere Jubiläen geben: Das Bertholdgymnasium, die älteste Schule der Stadt feiert vor den Sommerferien das 50. Jubiläum der Gebäude an der Dreisam und der Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee begeht den 10. Dreisamhock im September 2008 im Ganterbiergarten.
Dem Jubiläum widmet sich auch die 2. Auflage des Stadtteilführers Oberwiehre-Waldsee, der Ende Oktober an die Haushalte verteilt wird.
Nicht genug damit: die beiden traditionellen Wiehremer Bürgervereine geben den zweiten Band des erfolgreichen Wiehre-Almanach heraus, in dem wieder viele überaus interessante und historisch bedeutsame Artikel federführend von den Kollegen und Kolleginnen aus der Mittel-/Unterwiehre zusammen getragen worden sind. Er wird zum Jahresende unter dem Titel „1000 Jahre Wiehre – ein Almanach“ beim Promo Verlag erscheinen.
Heidrun Sieß
