Baugeschichte der Oberwiehre 1

- Beim Gasthaus Schützen ging es los..

- Schützenallee und zur

- Knopfhäuslesiedlung

- zum Gasthaus Schiff
Architektonische Vielfalt beim Spaziergang durch die Wiehre
Eine Führung durch den eigenen Stadtteil ? Was sich zunächst nicht besonders aufregend anhört, wurde durch die Führung von Herrn Wulf Daseking, Leiter des Stadtplanungsamtes, zu einem spannenden und lehrreichen Samstag-Vormittag im Juli. Über 40 Interessierte kamen zusammen, um mit Herrn Daseking einen Spaziergang durch die Oberwiehre und den Stadtteil Waldsee zu machen und dabei an insgesamt 11 Stationen Einblicke in Architektur, Städtebau und stadtgeschichtliche Zusammenhänge zu erhalten.
Los ging’s - mit einer sehr informativen Broschüre ausgestattet - am Wilhelm-Eschle-Platz, der nach dem ehemaligen Stadtrat und langjährigen Bürgervereinsvorsitzenden benannt ist. Vom Platz aus waren gleich die ersten Stationen zu sehen. Das Gasthaus Schützen, das, Mitte des 18. Jh. errichtet, einst am Stadtrand stand, nämlich beim ehemaligen Schießplatz der Freiburger Schützengesellschaft. Und das Lycée Turenne, der Neorenaissance-Bau, der als großherzogliches badisches Lehrerseminar 1905-1907 erbaut wurde und in dem nach dem zweiten Weltkrieg eine französische Oberschule mit Internat einzog. Inzwischen beherbergt das Gebäude verschiedene Nutzer, z. B. die Emil-Thoma-Schule und die Musikschule. Beides sind stadtbildprägende Gebäude an markanten Standorten, zu denen Herr Daseking manch kurzweilige Geschichte zu erzählen hatte.
Viel zu berichten gab es auch in der „Knopfhäusle-Siedlung“, die als Arbeiterwohnungen für die Beschäftigten der Porzellanknopffabrik errichtet wurde (1870-1889). Eine Siedlung, in der die Bewohnen immer noch gerne leben und den Häusern einen hohen Wohnwert attestieren. Seit 1983 steht die Knopfhäusle-Siedlung als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung unter Denkmalschutz. Für die um die Jahrhundertwende zunehmende Bewohnerzahl im Freiburger Osten wurde an der Schützenallee die Kirche „Maria-Schutz“ gebaut – die Vorgängerin der „Maria-Hilf-Kirche“. Heute steht sie vielen Konfessionen zur Verfügung.
Erst ab 1920 begann die großflächige Bebauung des Stadtteils Waldsee. Er verdankt seinen Namen dem Ende des 19. Jh. vom „Verschönerungs-Verein“ angelegten Mösle-Park mit dem künstlichen „Waldsee“ und einem Ausflugslokal. Seit 1901 konnte man das beliebte Ausflugsziel mit der Stadtbahn erreichen, die damals im Bereich der Stadthalle endete. 1954 wurde der Park zu Ehren von Konrad-Günther- einem bekannten Freiburger Zoologen - nach ihm benannt. Heute wird der Park durch die Möslestraße zerschnitten und ist auch durch die B 31 in Mitleidenschaft gezogen worden.
Die städtebauliche Entwicklung im Stadtteil Waldsee ist abgeschlossen. Größere Entwicklungsflächen sind auch im aktuellen Flächennutzungsplan nicht vorgesehen. Immer wieder ergeben sich jedoch neue Bebauungsmöglichkeiten im Bestand. Herr Daseking machte am Beispiel der Energiespar-Reihenhäuser in der Eggstraße deutlich, dass eine Stadt sich entwickelt muss und nur Neues und Innovatives entstehen kann, wenn auch mal „Mut zum Abriss“ gezeigt wird.
Auch eine weitere städtebauliche Besonderheit Freiburgs wurde den interessierten Teilnehmern aufgezeigt. Die Großelemente Stadthalle, Musikhochschule, Bertold-Gymnasium und Deutsch-Französisches Gymnasium sind in eine Grünspange eingebettet und bilden so ein einzigartiges Ensemble. Herr Daseking appellierte an die Zuhörer, sich für die Erhaltung der Stadthalle einzusetzen, denn jedes dieser Gebäude ist ein architektonischer Ausdruck seiner Zeit und als Ensemble unbedingt zu bewahren. Eine Forderung, die auch der Bürgerverein seit langem erhebt. Die breite Zustimmung war ihm gewiss.
Heidrun Haag-Bingemann
Broschüre
In einer umfassenden Broschure des Stadtplanungsamtes
finden Sie die Eiinzelheiten des Spazierganges.
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