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Ehemaliges Coats-Metz-Gelände an der Kartäuserstraße:

Architektenwettbewerb bringt noch keine klare Entscheidung 

[15.12.2006]
Am 1. Dezember 2006 tagte das Preisgericht – wer aber eine klare Entscheidung über die städtebauliche und architektonische Lösung zur Neubebauung des früheren Gewerbegrundstücks erwartet hatte, den mussten die Auslober und neuen Eigentümer erst einmal vertrösten. Zu umfangreich sind die Änderungswünsche des Stuttgarter „Siedlungswerks“ und der Gundelfinger „Wohnbau Stuckert“, und so wird der „Zweite Sieger“, das Büro Ackermann aus Tübingen, zunächst einmal den vorgelegten Entwurf (siehe Abbildungen) gründlich überarbeiten – und dabei (so ist zu hoffen) möglichst viele der Juryempfehlungen beherzigen.

Diese Jury hatte nämlich gar keinen ersten Preis vergeben, sondern stattdessen einen zweiten-, zwei dritte und zwei fünfte Preise – untrüglicher Hinweis darauf, dass keine der eingereichten 15 Wettbewerbsarbeiten voll überzeugen konnte.

Immerhin: Zahlreiche Anregungen und Forderungen des Bürgervereins, die im Vorfeld des Wettbewerbs eingebracht worden waren, sind bereits in die Ausschreibungsbedingungen eingeflossen, so z.B. die Freihaltung bzw. Freilegung des heute teilweise überbauten Gewerbebachs und – für die Menschen im Stadtteil sicher von besonderem Interesse – das Schaffen einer öffentlichen Wegeverbindung in Verlängerung der Fabrikstraße direkt zum Schlossberg.

Außerdem hatten sich die neuen Eigentümer bereit erklärt, ca. 10% der Fläche kostenlos an das „Augustinusheim“ abzutreten. Diese gemeinnützige Einrichtung in Trägerschaft des „Sozialdienstes katholischer Frauen Freiburg e.V.“ will hier drei Wohngruppen und Gemeinschaftseinrichtungen zur Betreuung von behinderten und nicht behinderten Jugendlichen errichten.

Schließlich soll die neue kleine „Siedlung“ auch einen Quartiersplatz erhalten, in dessen Umfeld ein Café und Dienstleistungseinrichtungen untergebracht werden sollen.

Bei einer vom Bürgerverein initiierten öffentlichen Führung waren gewisse Sorgen von Bewohnern aus der Nachbarschaft unüberhörbar; man befürchtet nicht nur eine zu große Bebauungsdichte und übertriebene Gebäudehöhen – auch die Gestaltungsvorschläge für die Fassaden stoßen auf breite Skepsis. Zumindest in dieser Hinsicht konnte der städtische „ Chefplaner“ Wulf Daseking, der die Führung leitete und Mitglied im Preisgericht war, Entwarnung geben. Seine Prognose: „Die dargestellten Fassadenvorschläge (kleines Foto) werden so mit Sicherheit nicht verwirklicht.“

Helmut Thoma

 

Artikel als download (pdf 137 KB)

Entwürfe der platzierten Teilnehmer (pdf 323 KB)

BZ-Artikel vom 4. Dezember 2006 (pdf 16 KB)   

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„FILETSTÜCK“ In der Oberau

[15.02.2006]
Das ehemalig Betriebsgelände der Textilfärberei Coats-Mez an der Kartäuserstraße ist verkauft. Neue Eigentümer ist die Gundelfinger Firma „Stuckert-Wohnbau“ und das Stuttgarter „Siedlungswerk“, eine gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft in kirchlicher Trägerschaft, wie die Redaktion in Erfahrung brachte.

Der Bürgerverein sorgt sich um die bauliche Entwicklung dieses Areals und hat in einem Brief an den Oberbürgermeister erste Vorstellungen dazu formuliert. Zentraler Punkt dabei: ein Architektenwettbewerb – den die künftigen Investoren sogar selber ins Gespräch gebracht haben.

Die BZ ließ die Katze bereits Mitte Januar aus dem Sack: Ein traditionsreicher Betrieb in unserem Stadtteil schließt für immer seine Pforten, und bevor Bürgerverein und Öffentlichkeit davon erfuhren, war das ca. 15.000 qm große Gelände bereits verkauft. Das lässt Raum für allerlei Spekulationen – schließlich handelt es sich um eine Fläche mit einer Größe von ca. 1,5 Hektar – und damit um eine ähnliche Dimension wie der „Alte Messplatz“ und das neue Wohngebiet östlich des Wiehrebahnhofs.

Kein Zweifel also: Das Gelände besitzt größte Bedeutung – als eine der wenigen verbleibenden Entwicklungsflächen mit nennenswerter Größe in der Oststadt. Grund genug für den Vorstand des Bürgervereins, sich im Interesse einer positiven baulichen Entwicklung dieses Areals frühzeitig an die Stadtspitze zu wenden. In einem Brief an Oberbürgermeister Salomon werden u.a. folgende Anregungen formuliert:

  • Vereinbarung mit dem Bauherrn zur Durchführung eines Architektenwettbewerbs,
  • eine „gesunde“ Mischung von Wohnen (auch mit familiengerechten Größen und Preisen) und quartiersverträglichen Arbeitsplätzen,
  • hohe städtebauliche und architektonische Qualität, mit angemessener Verdichtung,
  • Höhenentwicklung in Anlehnung an die Umgebungsbebauung,
  • Freiburger Niedrigenergie-Standard, Einsatz aktiver Solarnutzung (Photovoltaik und Kollektoren), aufgrund der günstigen Südorientierung Prüfen von Möglichkeiten auch passiver Solarnutzung,
  • Versickerung des Niederschlagswassers auf dem Grundstück, Begrünung flacher bis mäßig geneigter Dachflächen,    
  • öffentliche Wegeverbindung von der Kartäuserstraße zum Schlossberg durch das Gelände,
  • Freihalten des Gewerbebachs, und schließlich:
  • die enge Einbindung des Bürgervereins in den gesamten Planungsprozess.

Auf diese und andere Aspekte angesprochen, reagierte einer der beiden neuen Eigentümer, die „Stuckert-Wohnbau“, erst einmal zurückhaltend: Man wolle zunächst ein wichtiges Gespräch mit dem Stadtplanungsamt abwarten, das Ende Februar stattfinden solle. Danach sei man gerne bereit, auch dem „BÜRGERBLATT“ Rede und Antwort zu stehen.

Die Redaktion wird auf dieses Angebot zurückkommen – und verkneift sich so lange eigene Spekulationen...  Eines jedenfalls ist sicher: Das Thema Coats-Mez wird Stadtteil und Bürgerverein noch länger beschäftigen.
Helmut Thoma

Artikel als download (pdf 14 KB)
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