|Impressum  |Login für Mitglieder  |Sitemap  |Kontakt  |Home  

Geschichtlicher Rundgang

Herr Korthaus führt den Rundgang zur Maria Hilf Kirche
Dieser Brunnen führte nach dem Krieg als einziger Frischwasser

Geschichtlicher Rundgang mit Johannes Korthaus

Der Rundgang für ungefähr 40 Interessierte mit Herrn Korthaus begann und endete am viel umstrittenen Mutterbrunnen, der in der Zeit des NS –Regimes gebaut wurde und ursprünglich gegenüber der Maria Hilf Kirche stand, dort, wo heute der Tunnelmund der B31 Ost liegt. Bei den Verhandlungen zum Bau der B31 war seine Wiederaufstellung mitbeschlossen worden.

Straßennamen, so erklärte Herr Korthaus, weisen auf frühere Nutzung oder Nutzer hin. So zeigt die Fabrikstraße auf, wo industrielle Nutzung zu finden war: an der Kartäuserstrasse. Der ursprüngliche, seit 1868 bestehende Steg über die Dreisam  fiel dem Hochwasser 1896 zum Opfer, die jetzige Brücke mit dem Jugendstilgitter hat Ausgangs des 19 Jahrhunderts der Tiefbauamtsdirektor Max Buhle entworfen.

Seit dem frühen Mittelalter wurde die Stadt Freiburg mit dem Wasser, das aus Quellen im "Mösle" unterhalb des Bromberges (ursprünglich Bronnberg) stammte, versorgt. Es wurde über hölzerne Wasserleitungen (Deicheln) in die Stadt geführt und speiste dort die vielen Laufbrunnen, aus denen die Freiburger Bürger ihr Trinkwasser holten. Die Namen wie Deichelweiher oder Deichelweiherweg – von Deicheln/Dichele, das sind hölzerne Wasserrohre - zeugen auch heute noch davon. Das Bohren der Holzleitungen verlangt nicht nur scharfes Werkzeug, sondern auch viel Können und Kraft. Bis teilweise ins  18. Jahrhundert erfolgte die Wasserversorgung auch der vielen Brunnen in der Stadt Freiburg mit solchen Wasserleitungen aus Holz. 

Die noch heute vorhandenen "Bächle" , der Gewerbekanal und die sonstigen Runzen  erhielten dagegen seit eh und je ihr Wasser aus der Dreisam. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die hölzernen Deicheln durch gusseiserne Röhren ersetzt und die gestiegene Wassernachfrage durch den Bau weiterer Tiefbrunnen im Möslegebiet gesichert. Herr Korthaus erläuterte, wie im Mittelalter bis in die Neuzeit hinein die Wasserversorgung Freiburgs über Runzen (Runzstrasse) gewährleistet wurde. Das alemannische Wort „Runz“ kommt von "Rinnen" und wird für einen von Menschen angelegten Wasserlauf verwendet. Die Runz - Genossenschaften garantierten und kontrollierten die Wassermenge, die Wasserverteilung, das Einleiten und Durchlaufen des von einem natürlichen Fließgewässer abgeleiteten Wassers. Eine gerechte Verteilung des nicht unbegrenzt vorhandenen Wassers war für die mittelalterliche Stadtwirtschaft von erheblicher Wichtigkeit. Der von den Runzgenossen bestellte Runzmeister ist für die der Genossenschaft gehörenden Runzen verantwortlich. Er beschäftigt einen Runzknecht, der die Anlage täglich kontrollieren, reinigen und instand halten musste und im Bedarfsfall die Wehre betätigte. Dafür zahlten die Genossen und Nutzer einen Wasserzins.

Ein Floßgraben oder Flößgraben ist ein zum Zweck der Flößerei von unbearbeitetem, nicht gebundenem Holz angelegter Kanal, ein künstlicher Wassergraben, in dem - zum Teil über der Erde und in einem gezimmerten Holztrog - kurze Stämme aus dem Schwarzwaldl geflößt wurden, die größtenteils für die Freiburger Karlskaserne und städtischen Haushalte als Brennholz gebraucht wurden. Die etwa 2,50 m langen Stämme wurden auf dem Gelände der heutigen Musikhochschule gelandet ( heute noch: „Am Floßgraben") und dort oder am Freiburger „Holzmarkt" versteigert.

An der Maria Hilf Kirche kann der einzige Brunnen besichtigt werden, der nach Ende des 2.Weltkrieges noch Frischwasser führte (s. Foto, li) Das Gelände der Kirche gehörte vormals zum Böhringer´schen Gut, das Pfarrhaus war früher das Herrenhaus des Gutes, der heutige Maria Hilf Saal war Scheune und Pferdestall. Das heutige Jugendheim, die zuvorige Messnerwohnung, hieß beim Bau der Kirche nach dem ersten Messner „Fuchs“-Bau.

Sind Sie neugierig geworden? Dann schauen Sie nach in den beiden geschichtlichen  Veröffentlichungen der Wiehremer Bürgervereine: „Die Wiehre - ein Almanach“ und  „1000 Jahre Wiehre – ein Almanach 1008 - 2008“.

 Werner Jäckisch, Heidrun Sieß

 

 

 

 

 

 

 





» drucken

© 2007 :: Heike Häberle :: www.kreativ-gestaltung.de :: Freiburg