Wunderbare 1000 Jahre Herdern+Wiehre-Feier

- Eigentlich hätten es hier stattfinden sollen

- Diese Wunderbare Band

- v.li: Jack Huttmann, Melodie, Dennis Schälicke, Text

- Begrüßung durch die Gastgeber: Oberwiehre-Waldsee/Frau Sieß

- Herdern/ Frau Winkler

- und Mittel- und Unterwiehre/ Herr Miehe zusammen mit dem Moderator Klaus Gülker vom SWR

- Gäste lauschen gebannt

- 2x Achim

- Georg
- Anstatt im Kastaniengarten wegen Kälte und Regenrisiko in der Wodanhalle -
Die Veranstalter taten sich schwer, den Ort des Feierns vom (beinahe) Berührungspunkt Kastaniengarten der Stadtteile in die Wodanhalle in der Wiehre zu verlegen. Fast wie zum Hohn schien dann die Sonne, nachdem die Entscheidung gefallen war. Dennoch: übereinstimmend waren die VertreterInnen der drei Bürgervereine froh, in der Halle gesessen zu haben und denen, die draußen sein mochten, dies auch ermöglichen zu können.
Keine gewohnten Begrüßungsreden wie bei den zahlreichen anderen Feierlichkeiten sondern eine gekonnte, spritzige Moderation durch Klaus Gülker, SWR, der die Vorsitzenden aus Oberwiehre-Waldsee und Herdern Frau Sieß und Frau Winkler sowie Herrn Miehe in Vertretung von Herrn Winkler aus Unter-/Mittelwiehre das am Mikrofon entlockte, was er hören wollte und ansonsten „Diese Wunderbare Band“ den Ton angeben ließ – was wunderbar gelang.
Verträumt lächelnde Gesichter zu ironisch-frechen Texten, die die Wirklichkeiten in den Stadtteilen so richtig auf die Schippe nehmen – allen voran Erwin mit den Designerschuhen in seinem Weinkeller und Elvira, die Frau aus der Wiehre mit dem Fahrradanhänger, dem Salsakurs und dem Mann, der Anwalt oder Arzt ist, und natürlich der Marathon-Mann am Dreisamdamm und das Strandbad. Während der Schwabensong – aus Heimattreue notgedrungen – doch ein Buh hervorrief, kam beim Littenweiler-Song und besonders beim Vauban-Lied Begeisterung auf. Auch etwas lernen konnten die zahlreichen Herdemer und Wiehremer und die paar Auswärtigen aus Weingarten, dem Rieselfeld und gar Kappel, Ebnet, Kirchzarten und dem Glottertal: ein „Vauban“ = „der Abstand zum Nachbarn in Zentimetern (cm) multipliziert mit der Zahl der ehelichen und nicht ehelichen Kinder in einem Haushalt, dividiert durch die Zahl der zu einem Haushalt gehörenden, nicht im Stadtteil geparkten Autos“.
Die Dreisam wurde besungen als „kleiner Fluss für schmale Träume“. Die Empfehlung: Aushänge bei Bio-Keller zu lesen führte zur Erörterung von Karma und Erleuchtung – die hier nur Badenova bietet. Man gab sich weltmännisch in Englisch („sänk ju!“ - so auch der Titel der neuen CD, siehe www.wunderbare-band.de ) als Deutsche-Bahn-Reisender und sang vom Kandel im Wind. Die Gäste mochten´s, applaudierten, schunkelten und sangen mit – dreistimmig. Heimat pur, was für´s Herz - sehr routiniert vorgetragen. Dafür fehlte etwas die spritzige Improvisation von früher, die den Genuss von Musik und Texten bereicherte. Vielleicht lag es aber auch daran, dass der Tag nach dem ersten großen ZMF-Auftritt der Band nicht schon wieder einen Super-Höhepunkt bringen konnte? Dennoch eine wunderbare Stadtführung durch Freiburg – und jede Menge gute Stimmung, viel Applaus, eine Zugabe und Abschied von der Schlagzeugerin Bärbel Schwarz, die immer noch keine Bionade wollte.
Klaus Gülker ergänzte schließlich, welche andere Art von Stadtführung noch vorstellbar wäre. Wir dürfen gespannt sein, ob seine Anregungen aufgenommen werden: Auf dem Laubsauger durch Herdern oder mit Neideck durch´s Haushaltsloch schlüpfen....
Unser Dank geht an die Spender im Saal, an den Hausherrn Gerhard Spiecker sowie an Klaus Gülker, Jack Huttmann, Dennis Schälicke, Bärbel Schwarz, Achim Zimmermann und Georg Marschall!
Heidrun Sieß


