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Ein Sportplatz auf sensiblem Terrain

Nach 35 Jahren kommt die Uni auf den Kartauswiesen zum Zug

von Joachim Röderer

[08.08.2007]
Die Universität bekommt jetzt ihren Sportplatz, um den so lange gerungen worden ist. Dieser trägt den schönen Zusatz "Öko-Sportplatz" : Er wird nämlich auf den Kartauswiesen eingerichtet und damit auf hochsensiblem Terrain. Uni-Rektor Wolfgang Jäger höchstselbst hat gestern mit dem Bagger die ersten paar Kubikmeter Erdreich bewegt. Zum Sommersemester 2008 soll der Platz bespielbar sein, der genau gegenüber dem Sportinstitut jenseits der Dreisam an der Kartäuserstraße liegt.

Von einer "beinahe unendlichen Geschichte" sprach der Rektor beim offiziellen "Baggerbiss" , wie ein Spatenstich im XL-Format heißt. Fast 35 Jahre hat es gedauert, bis die Uni rechts der Dreisam das Okay der Stadt für den Sportplatz bekommen hat. Weil das Gelände im Landschaftsschutzgebiet liegt, darf nur ein einfacher Rasenplatz ohne Aufbauten errichtet werden. Selbst die Tore müssen immer wieder abgebaut werden.

1973 hatte das Land mit der städtischen Heiliggeist-Stiftung den Grundstückstausch Kreuzsteinäcker gegen Kartauswiesen abgewickelt — "mit finanziellen Nachteilen für das Land" , wie Rektor Jäger gestern noch einmal betonte. Die Stiftung hat die Kreuzsteinäcker bebaut, die Uni musste dagegen um den ihr beim Tauschgeschäft versprochenen Sportplatz auf den Kartauswiesen lange und zäh ringen. Widerspruch kam aus dem Umweltdezernat und auch vom Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee. Am Ende hat sich dann doch noch ein Kompromiss gefunden. Der Rektor jedenfalls bedankte sich bei OB Dieter Salomon und Baureferent Norbert Schröder-Klings, die immer die politisch-moralische Verpflichtung der Stadt gesehen hätten.

Von Schröder-Klings stammt auch die Bezeichnung "Öko-Sportplatz" für das Spielfeld, das so gut wie nur möglich in die Landschaft unterhalb der Kartaus eingebettet werden wird. Knapp 6000 Quadratmeter groß ist der Platz. Die Kosten liegen bei 330 000 Euro. Zehn bis zwölf Wochen arbeitet nun die Sportplatzbaufirma. Dann muss das Spielfeld erst einmal ruhen, ehe im kommenden Sommer der Ball endlich rollen kann.

Die Investition löst wenigstens einen Teil der Platzprobleme des Sportwissenschaftlichen Instituts der Uni: "Wir sind dadurch ein ganzes Stück weiter" , meinte Institutsdirektor Albert Gollhofer. Gebraucht wird die Zusatzfläche nicht nur für die Sportstudenten, sondern auch für den Allgemeinen Hochschulsport, an dem allen Studierenden teilnehmen können. Freiburg ist hier im Vergleich zu anderen Universitäten klar im Hintertreffen: Heidelberg hat die fünffache Fläche bei den Sportanlagen, Konstanz und Stuttgart immerhin die vierfache, wie Rektor Jäger nach seinem gelungenen ersten Einsatz als Baggerführer berichtete.

Quelle: Badische Zeitung vom Mittwoch, 1. August 2007





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