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Der Ursprung der Wiehre

Der Name "Wiehre" kommt von "Wehre" und rührt daher, dass an der Stelle der Oberwiehre die Dreisam mit eben solchen Wehren aufgestaut wurde, wodurch Land gewonnen werden konnte. Die Wiehre war als Flurbezeichnung im Jahr 1008 erstmals in einer Urkunde des Deutschen Königs Heinrich II. für den Basler Bischof erwähnt. Auf ihr lag das Dorf Adelshausen, dass jedoch aufgrund seiner exponierten Lage vor den Stadtmauern Freiburgs bei jedem Angriff auf die Stadt geplündert und völlig zerstört wurde.

Mit dem zunehmenden Wachstum der Stadt Freiburg wurde die Wiehre bereits 1825 ins Stadtgebiet eingemeindet und zunächst zögerlich bebaut. Neben landwirtschaftlichen Gebäuden entstand entlang der Dreisam ein kleines Gewerbegebiet mit Handwerksbetrieben und einer kleinen Brauerei. Erst mit dem wirtschaftlichen Aufschwung im Großherzogtums Baden Mitte des 19. Jahrhunderts, als in Freiburg Bedarf an Baugrund für mittlere Stadtvillen und gehobene Stadthäuser einer neu entstehenden Bürgerschicht entstand, plante man auf dem Gebiet der Wiehre ein großbürgerliches Wohnviertel. Zu den Bauherren gehörten viele Rentner aus Nordbaden und dem Ruhrgebiet. Das Ruhrgebiet wurde damals öfter von Choleraepidemien heimgesucht. Wohlhabende suchten sich in Freiburg einen Zweitwohnsitz. Durch die Lage war die Trinkwasserversorgung in Freiburg relativ vor Seuchen sicher.

Ihrer Bequemlichkeit und ihrem Einfluss ist es zu verdanken, dass die Wiehre einen kleinen Bahnhof an der Höllentalbahn erhielt, die das Gebiet etwa in der Ortsmitte durchschnitt. Der Bahnhof wurde auch von der Brauerei Ganter genutzt, die um 1888 das Gelände einer alten Ölmühle an der Dreisam bezog und durch mehrfache Erweiterungen zur größten Brauerei Südbadens wurde. Die brauereieigenen Eisenbahnwagen wurden am Wiehrebahnhof auf Laster geladen und dann zur Brauerei gefahren.

Im Jahr 1899 erhielt die Wiehre ihre beiden Wahrzeichen: Die katholische Johanneskirche, die schon bald aufgrund ihrer Größe und städteplanerischen Wirkung (vgl. Foto) "Wiehredom" genannt wurde; sowie die zweite evangelische Kirche Freiburgs, die Christuskirche. Die durch den Zuzug aus Nordbaden gewachsene evangelische Gemeinde errichtete diesen Bau. Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert wurde der in die Wiehre hineinragende Lorettoberg mit prachtvollen Villen bebaut, auch ein privates Krankenhaus ließ sich dort nieder. 

Bis in die 1920er Jahre wurden die Straßen Richtung Süden verlängert und wuchs die Wiehre weiter. Die Trasse der Höllentalbahn erwies sich dabei immer mehr als Hindernis, weswegen sie 1933-34 in den Süden verlegt wurde und nun die südliche Grenze der Wiehre bildet. Die alte Trasse ist im Stadtbild bis heute zu erkennen, der alte Bahnhof existiert ebenfalls noch.

Vom Zweiten Weltkrieg blieb die Wiehre weitgehend verschont, lediglich in Innenstadtnähe wurden einige Häuser beschädigt. In der Nachkriegszeit wuchs vor allem der Straßenverkehr, die Schwarzwaldstraße entlang der Dreisam wurde zur Umgehungsstraße ausgebaut. Von Bausünden blieb das Viertel glücklicherwiese weitgehend verschont.

Quelle: wikipedia.de





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